Taubenschwänzchen – Der Gartenkolibri

von am 10. Oktober 2013 in Tiere

Taubenschwänzchen – Der Gartenkolibri

Als ich eines Tages im Garten saß und dachte ich hätte einen Kolibri gesehen, war ich doch sehr verblüfft. Natürlich war klar, dass das eigentlich nicht sein kann. Daher setzte ich mich an den Computer und begann meine Recherche. Das Tier war schnell ausgemacht. Es handelt sich um das hübsche Taubenschwänzchen! Was unseren Gartenkolibri so ausmacht, erläutere ich im folgenden Beitrag.

Grundlegende Informationen

Das Taubenschwänzchen wird unter anderem auch Karpfenschwanz oder Taubenschwanz genannt. Meine Verwechslung mit einem Kolibri war natürlich nicht ganz daneben. Denn das Flugverhalten ähnelt extrem dem des exotischen Kolibri Vogels. Aus diesem Grund hat man dem Taubenschwänzchen auch den weiteren Namen Kolibrischwärmer verliehen. Allerdings handelt es sich dabei um einen Schmetterling und damit um ein Insekt! Es stammt aus der Familie der Schwärmer. Schöne Bilder zur genauen Optik findet ihr bei wikipedia. Denn mir war es leider nicht möglich geeignete Bilder zu machen, weil das Taubenschwänzchen viel zu schnell ist.

Lebensraum und Verhalten

Das tagaktive Taubenschwänzchen bewegt seine Flügel extrem schnell. Währenddessen bleibt es quasi in der Luft „stehen“ und nimmt den Nektar aus Blüten mit seinem langen Saugrüssel auf. Damit ihr euch das besser vorstellen könnt, habe ich euch ein Video eingebunden. Der eine oder andere unter euch, wird den Taubenschwanz dann bestimmt wiedererkennen : ) Die Flügel haben eine Spannweite von bis zu fünf Zentimetern. Sie erreichen eine unfassbare Geschwindigkeit von bis zu 80 km/h!!! Das finde ich wirklich erstaunlich. Die Schwärmer sind daher in der Lage bis zu 3.000 Kilometer innerhalb von zwei Wochen zurückzulegen. Taubenschwänzchen kommen europaweit vor.

Besonders in naturnahen und blütenreichen Gärten, Parks und Wiesen sind Taubenschwänzchen zu beobachten. Sogar bei Temperaturen bis um die zehn Grad sind sie noch unterwegs um Nektar zu sammeln. Daher könnt ihr sie auch jetzt im Herbst noch beobachten. Vielleicht entdeckt ihr bei der nächsten Herbstpflege eures Gartens eines! Fallen die Temperaturen wärmen sie sich in dem sie sich hinsetzen und vibrieren. Durch die schnellen Bewegungen kommen sie auf Temperatur. Sobald der Abend hereinbricht, treffen sich die Kolibrischwärmer an Stellen, die die Sonne tagsüber gewärmt hat. Das können Wände, Felsen oder ähnliches sein.

Nahrung

Freut euch wenn ihr einmal ein Taubenschwänzchen im Garten entdeckt. Denn es ist gut möglich, dass sie dann immer wieder kommen. Ihr Erinnerungsvermögen funktioniert ausgezeichnet! Sie können sich die Blüten gut merken und kommen mehrmals zurück, wenn euer Garten ergiebig genug ist ; ) Zudem sind sie nicht wählerisch und nehmen meist die Blüten, die eine Region hergibt. Pro Tag können die flinken Tierchen rund 5.000 Blüten anfliegen. Pro Minute sind bis zu 100 Blüten möglich. Natürlich nur, wenn die Blüten wie bei Rispen nah beieinander liegen. Diese Arbeitsgeschwindigkeit hätte ich auch gerne. Aber so viel Nektar benötigen sie auch. Denn durch das Flugverhalten verbrauchen sie enorm viel Energie.

Eiablage und Überwinterung

Bei der Eiablage sind die Taubenschwänzchen wählerisch. Nicht an jede Pflanze werden die wertvollen Eier abgelegt. Häufig sind sie an Labkraut zu finden. Zwar wird häufig beschrieben, dass Kolibrischwärmer zum Überwintern ausschließlich in wärmere Regionen fliegen, aber einige Experten gehen davon aus, dass sie auch bei uns überwintern können.

Eine besonders erfreuliche Nachricht zum Schluss: Die kleinen, zarten und überaus schönen Tiere sind nicht gefährdet. Trotzdem solltet ihr euch freuen, wenn ihr sie seht. Denn wie auch andere Schmetterlingsarten, bekommt man auch sie immer seltener zu Gesicht. Dagegen kann jeder etwas tun, der einen Garten oder Balkon hat: Sorgt für mehr Blüten!

Bildquelle: Katja Fuhr-Boßdorf  / pixelio.de

Print article

Kommentieren

Bitte Pflichtfelder ausfüllen