Herbstpflege Teil 2: Rosen schneiden

von am 19. Oktober 2012 in Pflanzen, Pflege

Herbstpflege Teil 2: Rosen schneiden

Im ersten Teil meiner Beitragsreihe Herbstpflege habe ich euch gezeigt, wie ich ein Blumenbeet aufgeräumt habe. Am letzten Wochenende habe ich das schöne Wetter ebenfalls genutzt und schon mal eine meiner Rosen im Garten zurück geschnitten. Im Herbst ist die ideale Zeit um Rosen einen leichten Rückschnitt zu verpassen. Denn sonst werden die Pflanzen im Frühjahr immer schwächer und die Blüten dementsprechend weniger. Heute möchte ich euch zeigen, wie ihr Rosen richtig schneidet. Das ist nämlich gar nicht so schwer, wie viele meinen.

Das Chaos zu Beginn

Wie ihr auf dem Foto sehen könnt, ist der Rosenstock ziemlich ausgetrieben, die Blüten sind bereits verblüht und wirklich schön aussehen tut hier nichts mehr ; ) Der Rückschnitt war also höchste Zeit.

Rosen_Vorher_

Generell ist es so, dass Rosen im Herbst leicht zurückgeschnitten werden sollten und im Frühjahr dann noch mal ein starker Schnitt folgen sollte. Erst wenn kein Frost mehr in Sicht ist, sollte der Rosenstock radikal geschnitten werden. Hierbei müsst ihr allerdings darauf achten, welche Rosensorte ihr habt. Denn je nach dem kann der Zeitpunkt des Rückschnitts variieren.

Was ihr braucht

Zum Stutzen braucht ihr eigentlich nur eine hochwertige Gartenschere. Spart hier nicht an der falschen Stelle. Ist die Schere nicht richtig scharf, brechen die Äste teilweise oder reißen ein. Solche Verletzungen bieten eine erneute Angriffsfläche für Krankheiten. Die Schnittstellen sollten sauber und gerade aussehen.

Gründe für den Rückschnitt

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein großzügiger Rückschnitt im Herbst die Blütenpracht im Frühjahr positiv beeinflusst. Ich schneide die Rosen deshalb gründlich zurück. Am besten ihr macht das bevor der erste starke Frost kommt. Denn wenn dann noch kranke und kaputte Zweige am Rosenstock sind, nisten sich daran schnell Keime und Krankheiten ein. Die Pflanze könnte im Frühjahr kaputt sein.

Ausgetriebene Äste

Nach dem Sommer sieht der Rosenstock oft so aus, dass einige Äste an verschiedenen Stellen stark austreiben. Damit ihr versteht was ich meine, habe ich euch das mal fotografiert:

Veraestelungen

Die roten Pfeile markieren die ausgetriebenen Stellen an der Rose. Bei diesem Ast sind an drei Stellen neue kleinere Äste herausgewachsen. Diese ausgetriebenen Äste sind schwächer als der „Grundast“, so wie ich ihn jetzt mal nenne. Schneidet man diese Triebe nicht korrekt ab, wird die Rose im Frühjahr immer schwächer. Ist ziemlich logisch zu erklären: Die Pflanze muss die Nährstoffe immer weiter durch lange Triebe bis zu den Blüten transportieren. Ist der Weg zu lang kommt bei der Blüte nicht mehr viel an und der Rose geht quasi die Power aus ; ) Die Blüten werden weniger.

Triebe richtig abschneiden

An einem Beispiel will ich euch zeigen wo ihr so einen Trieb richtig abschneidet. Folgendes Bild zeigt euch wieder so einen geteilten Trieb:

Ast1

Nun schneidet ihr den Zweig aber nicht an der ausgetriebenen Stelle ab, sondern weiter unten. Schließlich wollt ihr ja, dass der Ast kürzer wird und nicht an der gleichen Stelle wieder austreibt. Was ihr aber nicht machen solltet, ist den Ast einfach irgendwo mittendrin abzuschneiden!

Ast1_abschneiden

Wie ihr seht, habe ich den Ast da abgeschnitten, wo ein Blatt am Ast ist. Diese Stelle habe ich deshalb gewählt, weil sich dort ein Auge befand. Hier mit dem roten Pfeil markiert:

Ast1_abscheiden2

Was ist ein Auge?

Ein Auge beschreibt in der Botanik die Stelle, an der ein neuer Trieb „schlummert“. An dieser Stelle wird also bald ein neuer Trieb heranwachsen. Damit die Rose gesund bleibt und neue kräftige Triebe bekommt, müsst ihr die Äste an diesen Stellen abschneiden. Wichtig dabei: Schneidet immer ca. einen halben Zentimeter über dem Auge. Außerdem müsst ihr je Ast immer ca. vier Augen stehen lassen. Ansonsten kann es sein, dass die Pflanze eingeht. Auf dem folgenden Foto habe ich euch wieder mit dem Pfeil ein solches Auge markiert:

Auge

Folgen von falsch geschnittenen Ästen

Ein gutes Beispiel dafür was passiert, wenn ihr die Äste falsch schneidet, liefert folgendes Bild:

Kaputter_Ast

Bei diesem Trieb wurde der Ast falsch geschnitten, nämlich nicht an einem Auge, sondern einfach in der Mitte eines Astes. Dadurch wurde der Teil des Astes krank und ging kaputt. Die Pflanze versucht dann zwar durch einen neuen Trieb (sieht man auf dem Bild an dem dünnen grünen Trieb an der Stelle wo der braune Teil aufhört) weiter zu wachsen, aber genau durch solch einen schlechten Wuchs wird die Rose dann schwach und krank. Außerdem sieht das auch schlecht aus. Zudem müsst ihr einen Ast immer schräg abschneiden. Das fördert das Wachstum.

Richtig kürzen

Schneidet auch diese kranken und braunen Stellen großzügig raus. Auch wieder an einem Auge natürlich. So wächst die Rose kräftiger und gesund nach.

Abschneiden

Das Ergebnis

Im Vergleich zum ersten Bild sieht der Rosenstock jetzt natürlich ziemlich kahl aus 😉 Aber dieser radikale Schnitt ist einfach notwendig.

Fertig

Der Lohn der Arbeit

Die Belohnung für das Zurückschneiden seht ihr auf folgendem Bild. Das war in diesem Frühjahr, als die gleiche Rose mich mit wunderschönen weißen Blüten belohnte  : ) So sollte eine gesunde Rose dann aussehen. Ich hoffe ich konnte euch ein bisschen unterstützen und wünsche euch viel Freude mit euren Rosen!

Rose

Kleiner Tipp am Rande

Damit es euch nicht so wie mir geht: Zieht gute und vor allem dicke Handschuhe an : ) Ich hatte zwar auch Handschuhe an, aber die billigen Dinger landeten nach dem Schneiden direkt im Mülleimer. Sie waren zu dünn und die Rosendornen kamen ohne Mühe durch den Stoff.

Im nächsten Teil meiner Beitragsreihe zum Thema Herbstpflege möchte ich euch zeigen, wie ihr einen Cornus Strauch richtig schneidet.

Herbstpflege Teil 1: Blumenbeete aufräumen

Herbstpflege Teil 3: Cornus schneiden

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